Unter dem aktuellen Eindruck der Flutkatastrophe in Südostasien ist in der europäischen Umwelthauptstadt Hamburg die acqua alta, Fachmesse mit internationalem Kongress für Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau, zu Ende gegangen. Drei Tage lang präsentierten mehr als 70 Referenten aus 13 Nationen im CCH-Congress Center Hamburg neueste Forschungsergebnisse und diskutierten über Anpassungsstrategien in Deutschland und anderen Ländern sowie konkrete Maßnahmen insbesondere für den Hochwasser- und Küstenschutz. „Besonders erfreulich ist, dass sich der Auslandsanteil der Fachbesucher mit 39 Prozent nahezu verdoppelt hat. Damit hat die acqua alta erneut gezeigt, dass sie für Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand ein wichtiges Forum für intensiven Wissenstransfer, Dialog und Networking ist“, zog Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress, am Donnerstag Bilanz. „Wir haben viel Bestätigung für die Notwendigkeit dieser Fachveranstaltung und für unser Konzept bekommen. Gerade jetzt wird deutlich, dass sich die globalen Folgen des Klimawandels nur durch gemeinsame internationale Bemühungen bewältigen lassen.“
Insgesamt besuchten rund 800 Teilnehmer aus 17 Nationen die acqua alta, um sich über neueste Forschungsergebnisse, Projekte und Anpassungsstrategien zu informieren. Auf großes Interesse stießen ebenso die rund 70 Aussteller aus neun Ländern, die ihre Produktneuheiten und Dienstleistungen, unter anderem für Hochwasser- und Küstenschutz, Risiko- und Katastrophenmanagement, Wasserbau sowie Forschung und Entwicklung, präsentierten.
Dr. Helge Wendenburg, Ministerialdirektor im Bundesumweltministerium, das die Schirmherrschaft über die Fachveranstaltung übernommen hatte: „Von der acqua alta sind wertvolle Impulse dafür ausgegangen, wie man Städte und Gemeinden fit macht, auch unter Klimawandel-Bedingungen zukunftsfest zu sein oder zu werden. Diese Fachveranstaltung hat deutlich gezeigt, dass man sich verstärkt über flexible und nachrüstbare Lösungen unterhält. Dies wird für alle Städte und Kommunen ganz wesentlich sein. Wir müssen die Verantwortlichen befähigen, mit den Risiken des Klimawandels umzugehen.“
Prof. Dr. Walter Leal, Leiter des Forschungszentrums „Applications of Life Sciences“ an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg: „Die acqua alta ist sehr wichtig und stößt auch auf großes internationale Interesse - gerade jetzt, wo die Ereignisse in Südostasien zeigen, wie aktuell die Themen Klimafolgen und Hochwasserschutz sind. Zum einen ist sie ein gutes Forum, bei dem man die neuesten technologischen Entwicklungen präsentieren und über sie diskutieren kann. Zum anderen kamen hier nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Vertreter von Industrie und öffentlicher Hand zusammen. Es ist leider eine Tatsache, dass sich Extremwetterereignisse wiederholen, daher wird die acqua alta weiter an Bedeutung gewinnen.“
Dr. Lam Hung Son, Mekong River Commission, Kambodscha: „Die Teilnahme an diesem internationalen Kongress war für uns eine sehr gute Gelegenheit, andere Experten zu treffen und unsere Arbeit darzustellen. Vor allem für das Networking war die acqua alta gut. Es ist sehr wichtig, hinsichtlich der Anpassungsstrategien international voneinander zu lernen.“
Dr.-Ing. Birgit Schlichtig, Bundesgeschäftsführerin BWK – Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau: „Im Hochwasserschutz ist ständig alles im Fluss. Daher braucht es regelmäßig eine solche hochkarätige Veranstaltung wie die acqua alta, damit sich alle Verantwortlichen gemeinsam dieser Herausforderung stellen können. Für uns besonders gelungen war die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis.“ Der BWK veranstaltete auf der acqua alta das Seminar „Mobile Hochwasserschutzsysteme“.
Dr. Olaf Müller, Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer Hamburg: „Die Partnerschaft der acqua alta mit dem BWK war sehr geglückt. Das Seminar stellte das optimale Brückenelement zwischen der Messe mit der fachlichen Praxis und der wissenschaftlichen Seite dar.“
Reinhard Vogt, Geschäftsführer HochwasserKompetenzCentrum: „Man hörte auf der acqua alta qualitativ sehr hochwertige Beiträge. Das breite Gesamtspektrum der Thematik Klimafolgen und Hochwasserschutz wurde dargestellt. Besonders wichtig war, dass die Risikominderung, die auch EU-weit an Bedeutung gewinnt, angesprochen wurde. Außerdem wurden hier viele Innovationen an Produkten gezeigt, die im Zuge von zunehmenden Starkregen- und Hochwasser-Ereignissen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Beispiele aus anderen Ländern machten deutlich, dass sich Hochwasserschutz-Maßnahmen in vielen Regionen der Erde ähneln.“
Arne von Maydell, Sprecher Klimzug-Nord: „Die acqua alta ist ein gutes Forum für intensiven Informations- und Interessenaustausch. Gerade auch das Ausstellerforum bietet Herstellern eine optimale Möglichkeit, dem Fachpublikum ihre neuesten Produkte und Entwicklungen zu präsentieren.“
Peter Schachler, Geschäftsführer Dybatec, Deichbau- und Barriere-Technologie: „Die acqua alta war das richtige Forum, um unsere Produktneuheit der Fachwelt vorzustellen. Wir hatten sehr gute Gespräche mit Interessenten aus Schweden, Frankreich, Bangladesch und Polen. Auch die Kontakte zu Verbänden wie dem THW waren wichtig.“
Ulf Jonuscheit, Geschäftsführer Aljo Aluminium-Bau: „Es ist richtig gewesen, zur acqua alta nach Hamburg zu kommen. Diese Fachveranstaltung war eine gute Gelegenheit, uns zu präsentieren. Optimal fand ich das Außengelände, wo wir unsere neue Hochleistungs-Sandsack-Füllanlage in Aktion zeigen konnten. Fachleute aus dem In- und Ausland haben sich dafür interessiert.“
Dipl.-Ing. Winfried Just, Technischer Fachberater, ThyssenKrupp GfT Bautechnik. „Wir hatten zahlreiche Planungsgesellschaften und Behördenvertreter am Stand. Vor allem unser innovatives Glasdammbalken-System, das wir erstmals hier auf der acqua alta präsentierten, stieß auf reges Interesse der Fachbesucher.“
Xaver Storr, Geschäftsführer IBS GmbH: „Wir haben ein hochkarätiges Publikum getroffen, im Kongress waren Top-Referenten vertreten. Das Konzept ist sehr stimmig. Die acqua alta war eine gute Gelegenheit für die Branche, Netzwerke zu pflegen, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.“
Martin Horscht, Geschäftsführer INNESYS: „Die Qualität der Besucher der acqua alta war hervorragend. Im Bereich des Hochwasserschutzes ist sie für uns das wichtigste Branchenereignis.“
Frank-Michael Reitze, Geschäftsführender Gesellschafter European Flood Control: „Mit unserem Produkt Tiger Dam trafen wir auf der acqua alta auf die richtige Zielgruppe. Das begleitende Kongressprogramm war erstklassig. Wir haben gute Gespräche mit Anwendern unter anderem aus Bangladesch, Thailand und Schweden geführt.“
Dr.-Ing. Walter Wagenhuber, Geschäftsführer MOBILDEICH GmbH: „Die acqua alta ist das bekannteste Branchenereignis. Wir sind seit der Messepremiere in 2003 als Aussteller immer dabei, weil das Publikum sehr gut ist.“
Die nächste acqua alta – Fachmesse mit internationalem Kongress für Klimafolgen, Hochwasserschutz und Wasserbau, findet im Herbst 2013 auf dem Gelände der Hamburg Messe und Congress statt.